Stellen Sie sich Folgendes vor: Sie betreten Ihr Lieblingsgeschäft.

Die Mitarbeiter wissen bereits, was Ihnen am besten gefällt, was Ihnen am besten steht und worauf Sie schon lange ein Auge geworfen haben.

Einfach gesagt: Sie kennen Sie gut genug, um Ihnen den Einkauf zu erleichtern.

Dies könnte man als exklusives Shopping Erlebnis sehen, welches nur wenigen Käufern und dem Einzelhandel vorbehalten ist.

Das ist so allerdings nicht richtig.

Vor allem im Onlinehandel können Sie jeden Besucher wie einen exklusiven Kunden behandeln – dank automatisierter personalisierung.

Und Online Käufer erwarten Personalisierung.

Laut einer Studie von Accenture kaufen 91 % der Verbraucher eher bei Unternehmen, die sich an sie erinnern und ihnen relevante Angebote machen.

Außerdem sind 83 % von ihnen bereit, ihre Daten im Austausch für ein personalisiertes Erlebnis weiterzugeben.

Personalisierung gibt Kunden das Gefühl, etwas Besonderes zu sein und verbessert so ihr Einkaufserlebnis.

Und das bedeutet loyale Kunden und hohe Conversion Rates für Ihren Onlineshop.

In diesem Leitfaden will ich Ihnen sieben, der wirksamsten Personalisierungsstrategien für Ihr eCommerce Business vorstellen.

1. Personalisierte Homepages erstellen

Die Homepage sind die Eingangstür zu Ihrem Onlineshop.

Jetzt, wo Ihre potenziellen Kunden bereits vor Ihrer Tür stehen, liegt es an Ihnen, sie auf die bestmögliche Weise zu begrüßen.

Und Personalisierung ist der Schlüssel dazu.

Im Gegensatz zu stationären Geschäften haben Onlineshops die Möglichkeit, ihre Besucher schon nach nur einem Besuch ziemlich genau kennen zu lernen – Cookies sei Dank.

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Wenn Sie in Ihrem Onlineshop Cookies sammeln, wissen Sie bereits eine Menge über Ihre potenziellen Kunden.

Warum nutzen Sie diese Informationen nicht bei ihrem nächsten Besuch und verbessern so ihr Einkaufserlebnis?

Zalando, als einer der größten Shops Deutschlands, nutzt Cookies um schon ab dem ersten Besuch ein personalisiertes Einkaufserlebnis zu bieten.

Bei meinem ersten Besuch auf ihrer Website habe ich folgendes gesehen:

Mir wurde die Standard-Startseite gezeigt.

Im nächsten Schritt habe ich auf den Button “Herren” geklickt und ein bisschen rumgestöbert.

Bei meinem nächsten Besuch wurde ich direkt auf die “Herren”-Seite umgeleitet und mir wurden Artikel vorgeschlagen, die zu meinem letzten Besuch passen.

Ich sehe nicht mehr die Standard Homepage, die sich an alle richtet, weil das Unternehmen weiß, dass ich mich für diese bestimmte Kategorie interessiere. Also bringen sie mich direkt dorthin, ohne irgendwelche Ablenkungen.

Der gleiche gilt für Länderinformationen bei internationalen Shops.

Sobald ich einmal ausgewählt habe, in welchem Land ich wohne, werde ich zukünftig immer in den für mich passenden Shop geführt.

Je häufiger ein Nutzer nun Ihren Shop besucht, um so besser werden Sie ihn kennenlernen.

Die Besucher können sich auf die Artikel konzentrieren, für die sie sich interessieren.

So entsteht bei dem Kunden das Gefühl, dass dieser Shop genau die Artikel verkauft, die er oder sie gut findet.

Das bedeutet ein besseres Einkaufserlebnis für die Kunden und höhere Warenkörbe für Sie.

2. Personalisierte Guides anbieten

Wäre es nicht toll, für jeden Kunden einen persönlichen Einkaufsassistenten anzubieten?

In der analogen Welt ist dies, einem sehr kleinen und exklusiven Kreis von Käufern vorbehalten.

In der digitalen Welt kann jeder auf solch einen Service zurückgreifen.

Wenn Sie Ihren Besuchern direkt auf der Website Hilfestellung in Form von Quizfragen, Größen- und Style Guides geben, sind das effektive Methoden, um den Benutzern zu helfen, bessere Kaufentscheidungen zu treffen.

Beardbrand.com macht genau das. Und zwar direkt auf der Startseite.

Nach einem kurzen Quiz wird mir das Produkt vorgeschlagen, welches höchstwahrscheinlich am besten zu mir passen wird.

Aboutyou.de hat das komplette Konzept auf personalisierung ausgerichtet:

Hier wird der eigene Name sogar teil des Logos.

Ein wenig herumsuchen bei Zalando reicht schon aus, dass ich ganze Outfits angezeigt bekomme. Für mich ausgewählt.

Natürlich steckt dahinter ein Algorithmus und kein echter Stylist. Allerdings ist es fast schon erschreckend wie gut diese Algorithmen geworden sind. Und werden sie gut gefüttert, machen sie einen sehr guten Job.

Große Shops arbeiten mit Anbietern wie bspw. “ Dressipi ” zusammen.

Sollten Sie Shopify als Shopsoftware nutzen gibt es Apps wie zum Beispiel “ Limespot ” oder “ WISER

Mit hilfe dieser Apps erschaffen Sie ein personalisiertes Shopping Erlebnis für ihre Kunden.

Bieten Sie mehr als einfach nur eine Größentabelle.

Helfen Sie ihren Kunden, ihren Stil zu entdecken und die passenden Produkte zu finden.

Auch wenn Sie nicht in der Modebranche tätig sind, können Sie Quizze erstellen, um mehr über die Lieblingsmarken oder Produktgruppen der Nutzer zu erfahren. Speichern Sie ihre Auswahl und leiten Sie sie mit personalisierten Empfehlungen besser an.

3. Zuletzt angesehene Artikel anzeigen

Jeder kennt es: Man stöbert durch einen Onlineshop ohne wirklich darüber nachzudenken etwas zu kaufen.

Dennoch: Die wenigsten Menschen werden wohl ihre Zeit damit verbringen, sich Artikel anzuschauen, die ihnen nicht gefallen. Entsprechend können Sie als Shopbetreiber das Verhalten des potentiellen Kunden nutzen und für spätere Besuche speichern.

Sobald der Nutzer das nächste Mal Ihren Shop besucht, werden Ihm die Artikel angezeigt die er oder sie bereits beim letzten Besuch interessant fand.

Vielleicht konvertiert er ja dieses Mal?

Auch hier kann man von den großen lernen.

Die Startseite von Zalando ist gespickt mit personalisierten Inhalten.

Auf diese Weise hilft Zalando mir, mehr Artikel aus einer Vielzahl von Produktkategorien zu entdecken, die mir gefallen könnten. Und das bedeutet mehr Verkäufe und mehr Conversions für das Unternehmen.

4. Personalisieren Sie Produktseiten basierend auf dem Standort

Ob durch Cookies oder durch Befragung der Besucher – die meisten eCommerce Seiten wissen, woher ihre Besucher kommen oder wohin sie die Produkte geliefert bekommen möchten.

Warum sollten Sie diese wertvollen Informationen nicht nutzen, um den Nutzern genauere Ergebnisse zu liefern?

Die Anpassung von Produktseiten basierend auf dem Standort ist einfach, aber wirksam.

Und es gibt viele verschiedene Möglichkeiten, wie Sie diese Informationen nutzen können, um mehr Relevanz zu erzeugen.

Hier ist ein Beispiel von UrbanOutfitters:

Gibt man die .com Domain des Shops ein, erkennt die Marke den Standort des Besuchers und bietet an, in den passenden Shop zu wechseln.

Wie man unten sieht, werden im US-Store größen und Währung entsprechend anders angezeigt als in der deutschen Variante.

Wenn Sie ein Onlineshopper sind, kennen Sie die Probleme sicher schon. Sie müssen nach Größenumrechnungstabellen für jede Produktkategorie suchen, wenn Sie von außerhalb Ihres Landes einkaufen.

Das macht niemandem Spaß.

Wenn Sie an mehrere Standorte liefern, stellen Sie sicher, dass Sie für den Besucher relevant bleiben. Behalten Sie die kulturellen oder saisonalen Unterschiede im Hinterkopf.

Schließlich würden Sie keine Winterjacken vorschlagen wollen, wenn es in Australien 29 Grad hat, oder?

Mit Geo-Targeting können Sie auch relevante Kampagnen basierend auf dem Standort des Nutzers anzeigen.

Werden Sie kreativ und begegnen Sie Ihren Kunden auch mal mit einer kleinen Portion Humor.

5. Erstellen Sie spezifische Kampagnen auf Basis des Nutzerverhaltens

Kein Besucher ist wie der andere.

Benutzer, die zum ersten Mal auf Ihrer Website landen, und Ihre wiederkehrenden Besucher haben unterschiedliche Bedürfnisse und Fragen im Sinn.

Warum sollten Sie beiden genau das Gleiche anbieten, während Sie Ihre On-Site-Botschaften leicht personalisieren können?

Auch wenn Pop-Ups oft verhasst sind, weiß jeder der sie einsetzt, dass sie funktionieren.

Sie bieten eine extrem gute Möglichkeit Botschaften zu personalisieren.

Wie wäre es beispielsweise mit einer freudigen “Willkommen zurück!” Botschaft, wenn ein Kunde nach längerer Abwesenheit wieder im Shop vorbeischaut?

Ein kleiner Rabatt-Code als Geschenk dazu und alle beteiligten sind glücklich.

Am besten funktionieren solche personalisierungen natürlich wenn der Kunde eingeloggt ist. So sind Sie nicht mehr nur auf Cookies angewiesen, sondern können werberelevante Daten direkt mit dem Kundenaccount verknüpfen.

Entsprechend sinnvoll ist es Anreize für Neukunden zu setzen und sie möglichst frühzeitig dazu zu bringen einen Account zu erstellen.

Dazu müssen sie nicht mal direkt einkaufen. Sie könnten bereits einen Rabattcode gewähren, der sofort nach Accounterstellung zur Verfügung steht.

Dadurch erhöht sich die Chance das ein Besucher zum Kunden wird enorm.

Wer will schon den 40% Rabatt Gutschein verfallen lassen?

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6. Werden Sie persönlich im Email Marketing

Sicherlich wissen Sie inzwischen, dass Email einer der effektivsten Kanäle für eCommerce Marketing ist.

“Das Geld liegt in der Liste” – Jeder Online Marketing Manager ever

In der Tat generiert Email Marketing 38 Dollar für jeden ausgegebenen Dollar .

Hoffentlich ist Email bereits ein wichtiger Teil Ihrer Marketingstrategie. Wenn Sie die Personalisierung in den Mix einbeziehen, können Sie noch mehr aus Ihren Emails machen.

Hier sind vier einfache Personalisierungstaktiken, die Sie in Ihrer Email Strategie einsetzen können:

i. Email Betreffzeilen personalisieren

Unternehmen kämpfen in den Posteingängen der Nutzer darum, wahrgenommen zu werden.

Wie schaffen Sie es also, dass Ihre Emails in einer solchen Konkurrenzsituation geöffnet werden?

Ja, Sie haben es richtig verstanden: Indem Sie Ihre Email Betreffzeilen personalisieren.

Laut einer Studie werden Emails mit personalisierten Betreffzeilen mit 26% höherer Wahrscheinlichkeit geöffnet.

Mit personalisierter Betreffzeile ist i.d.R eine direkte Ansprache mit dem Namen des Kunden gemeint.

Schauen Sie sich dieses Beispiel von “ nebenan.de ” an und sehen Sie, wie sie den Empfänger direkt ansprechen:

In der deutschen Sprache ist die personalisierung mit Hilfe des Namens oft nicht so leicht und wirkt schnell unnatürlich.

Diese Betreffzeile wirkt so, als hätte sie auch ein Mensch verfassen können.

Versuchen Sie nur Formulierungen zu verwenden, die Sie auch selbst in Emails nutzen würden und erzwingen Sie nicht die Personalisierung.

ii. Feiern Sie Geburtstage und Jahrestage

Wer freut sich nicht über Geburtstagsgeschenke und Glückwünsche?

Das Feiern von Firmenjubiläen, Geburtstagen und Jahrestagen mit Ihren Abonnenten ist eine großartige Möglichkeit, Wertschätzung zu zeigen und Ihre Email Liste wieder zu aktivieren.

Wenn Sie zusätzlich zu den Feierlichkeiten noch einen kleinen Anreiz schaffen, können Sie Ihre Abonnenten dazu bringen, wieder einzukaufen.

Payback schenkt mir zu meinem Geburtstag spezielle Coupons.

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iii. Senden Sie Emails basierend auf dem Benutzerverhalten

Das Team von Snocks hat mir insgesamt drei Emails geschickt, nachdem ich meinen Warenkorb zurückgelassen habe.

Es ist ein sehr gutes Beispiel, da SNOCKS in ihrer Mail eine recht hohe Dringlichkeit aufbauen und mit künstlicher Verknappung spielen.

Ich bin mir sicher, dass diese kleine Drip-Kampagne die Conversions deutlich erhöht.

Es gibt unzählige Möglichkeiten, Behavioral Marketing für eCommerce zu nutzen, die über bezahlte Anzeigen hinausgehen.

Sie können hochgradig zielgerichtete Emails an Website-Besucher senden, basierend darauf, wonach sie suchen, welche Artikel sie auschecken oder auf ihre Wunschliste setzen, und vieles mehr.

Auch Zalando verschickt in seinen personalisierten Emails Empfehlungen:

iv. Re-Aktivieren Sie inaktive Leads

Personalisierung ist nicht nur ein cleverer Weg, um Aufmerksamkeit zu erregen oder Wertschätzung zu zeigen, sondern auch ein effektives Werkzeug, um alte Kunden zurückzugewinnen.

Ich gehe davon aus, dass Sie bereits sehen können, wer schon lange nichts mehr bei Ihnen gekauft hat oder keine Ihrer Emails angeklickt und gelesen hat.

Mit diesen Informationen können Sie ganz einfach eine Email Kampagne für inaktive Leads erstellen und deren Herzen zurückgewinnen.

PosterXXL hat mir bspw. folgende Email geschickt:

Diese Kampagnen erzielen fast immer einen sehr hohen ROI, da die kosten so gering sind.

Sie müssen kein Mediabudget aufwenden um Ihre Kunden zurückzuholen. Das einzige Investment, ist das in die Email Software. Die Kontakte haben Sie bereits.

Sie sollten Sie nutzen!

7. Bleiben Sie nach dem Verkauf in Kontakt

Machen Sie nicht den Fehler und ignorieren Sie Ihren Kunden nach dem Kauf.

Nutzen Sie auch hier unbedingt alle gesammelten Informationen, die der Kunde in Ihrem Shop hinterlassen hat.

Fragen Sie nach, ob der Kunde mit dem gekauften Produkt zufrieden ist oder ob Fragen aufgetaucht sind.

Bitten Sie um eine Rezension des Produktes.

Vor allem NACH einem erfolgreichen Verkauf, besteht die Möglichkeit der Beziehungspflege.

Fangen Sie an Kundenservice als Offensive statt Defensive zu betrachten.

Fazit

Personalisierung im eCommerce ist keine Modeerscheinung. Sie ist hier, um bei uns zu bleiben.

Denken Sie daran: Ihre Kunden wünschen sich ein personalisiertes Einkaufserlebnis. Und sie sind bereit, dafür persönliche Informationen preiszugeben.

Sie müssen nicht einmal über die technische Seite der Personalisierung nachdenken.

Es gibt einfach zu implementierende Tools von Drittanbietern, die Sie nutzen können, um das Einkaufserlebnis Ihrer Besucher zu personalisieren. Barilliance , Monetate und Evergage sind nur ein paar von ihnen.

Der Rest sind nur Cookies und Email Segmentierung.

Wenn Sie ein wenig Personalisierung in Ihr Marketing einbauen, können Sie höhere Conversions und mehr Umsatz erzielen.

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